Die Künstlerin Janine Gerber, die in München und Berlin Kunst studierte, beschäftigt sich neben ihrer Malerei und Fotografie seit 2004 verstärkt mit dem Material Papier. Dabei legt oder hängt sie Papierbahnen in den Raum und bearbeitet diese mit Rissen. Die in dieser Ausstellung gezeigte Arbeit entwickelt sich von der Decke, Lage um Lage. Das Papier schneidet sich in den Raum, Schicht für Schicht. Die Risse in den Bahnen lassen ein Dahinter erkennen, eröffnen einen Durchblick. Räumlichkeit entsteht. Das Material erfährt eine Verwandlung, eine Metamorphose vom zweidimensionalen Bildträger zum dreidimensionalen Objekt. Das Papier entwickelt sich vom tragenden Element zum Getragenen, vom beschriebenen Element zum Beschreibenden. Die papierene Bahn wird zur Skulptur, die atmet und schwingt und jeden einzelnen Schritt, der um sie herum gegangen wird, reflektiert.

Nadine Broszehl, Ausstellungsleitung, Forum Factory, Berlin
Text / Katalog "Metamorphosen und Mutation", 2011