Mein künstlerischer Ansatz beinhaltet die Fragestellung nach dem Raum, der sich im Bild manifestiert. Diesen wünsche ich zu öffnen, aufzulösen und dadurch neu zu definieren. Ich untersuche die Wirkung des Bildraumes in Bezug zum realen Raum.

In der Malerei mit Ölfarbe wie auch mit Tusche, schiebe ich die Farbe auf der Fläche der Leinwand, um ein Gesamtlicht zu erhalten, das das Bild trägt. Darunter liegende Flächen scheinen teilweise hindurch. Der Farbauftrag entfaltet sich. Das natürliche Licht öffnet ähnlich einer "malerischen Sonnenuhr" die dem Bild innewohnende Räumlichkeit.

Eine weitere Annäherung finde ich mit hängenden oder stehenden Papierbahnen, die ich temporär in Räumen installiere und erarbeite. Mit Cutter schneide oder reiße ich Linien, beobachte deren Öffnen und Fallen, deren Spannung zueinander. Die Flächen biegen sich vom zweidimensionalen Bildträger ins dreidimensional Räumliche und Körperliche des Papiers. Die Fläche wird zu einer Skulptur. Das Licht in den Arbeiten ist nicht greifbar, sondern fühlbar und entzieht sich einer direkten Bestimmtheit.

Während der Arbeit spielt der Zufall ebenso wie die räumlichen, ephemeren Bedingungen wie Wärme, Kälte, Luftzug, Sonneneinstrahlung, Schatten eine Rolle. Ich setze das Bild mit meiner Konzentration und Intention, doch greife während des Trocknungsprozesses nicht mehr ein.
Die Formen, Flächen, Überlagerungen, Öffnungen, Risse in meinen Arbeiten sind im Prozess des Entstehens oder des Auflösens, des Übergangs, eines "Knisterns" von etwas, was im Entstehen oder Vergehen ist. Nur wenig Linien geben Orientierung an bekannten oder wahrgenommenen Formen.

Bildtitel benennen in lyrischer Weise Momente der Erinnerung, z.B.
"Der Morgen schält den Asphalt", "Ihre Schritte begleiten den Asphalt der Straße", "Schnellen Schrittes verändert sich der Abstand zwischen ihr und der alten Frau", "Masse, Risse, Staub", "Beim Zuhören neige ich mich zu dir hin" … Sie orientieren sich an realen Gegebenheiten, um dem Betrachter die Möglichkeit einer Erinnerung oder eines narrativen Momentes zu geben.

Mein Anliegen ist, dass der Betrachter die Arbeiti durch seine Bewegung und seinen inneren Blick erfasst, sodass eine gefühlte Annäherung an das Bild stattfindet. Rohes, Fragmentiertes, die Schönheit von unschönen Farben entsprechen meiner Wahrnehmung der Welt, derer ich mich nur durch einen Versuch einer Annäherung und eines Berührens nähern kann, die sich gleichzeitig einer vollendeten Definition entzieht.