Janine Gerber ist eine bildende Künstlerin, die sich mit dem Thema des illusionistischen Bildes im Übergang zum umgebenden Raum auseinandersetzt. Äußere Faktoren wie das natürliche Tageslicht, Bewegung, Geruch „webt“ sie in die Fläche der Arbeiten, um eine fühlbare Raumdarstellung zu schaffen. Ihre Medien sind die Malerei, die Skulptur, Performance, Video sowie Fotografie.    

Als Malerin gilt meine künstlerische Auseinandersetzung der Fläche. Im illusionistischen Raum des Bildes untersuche ich den Übergang von der Fläche zum umgebenden Raum. Ich hinterfrage die Bedeutung des Bildraumes und seiner Präsenz im Außen, indem ich Bildräume schaffe, die aufgrund des Materials und seiner Behandlung eine Haptik aufweisen, die die Verletzlichkeit der Arbeitsprozesse wie auch die sinnliche Qualität des Materials zulassen.

So schiebe und reibe ich die selbst geriebene Farbe mit langen Pinseln auf der Fläche der Leinwand, verbinde das natürliche Licht des Raumes mit den Pigmenten, sodass ein Gesamtlicht in der Farbe entsteht, arbeite Kanten und Linien in das Gewebe der Farbe ein. Das Bild vermittelt zwischen der Fläche und einer Dreidimensionalität. Mit meinem Körper bewege ich eine 20 m lange, 2,20 m hohe und 15 kg schwere Papierbahn. Ähnlich wie in der Malerei, die körperlich anstrengend ist und das Bild nicht in Schichten, sondern unmittelbar entsteht, lasse ich Flächen des Papier entfalten und baue Räume, die sich im nächsten Moment wieder auflösen.

Das natürliche Licht, Bewegung, Geruch sind wichtige Komponenten, die meine malerische Auseinandersetzung mit dem umgebenden Raum in Bezug zum Bildraum definieren. 

Mein Anliegen ist eine physische Präsenz in der Farbe und im Material. Der Raum, der die Illusion einer Raumdarstellung oder einer Oberfläche birgt, soll fühlbar sein und das Licht ein Licht, das das Bild trägt. Das Bild entfaltet seine inneren Räume ähnlich eines Duftes, den man zwar wahrnimmt, der sich nicht aufdrängt, um das, was schon im Raum vorhanden ist, in die Arbeit einzuweben und sichtbar zu machen.

ENG// Janine Gerber is a visual artist who explores the theme of the illusionistic image in transition to the surrounding space. She „weaves“ external factors such as natural daylight, movement and smell into the surface of her works in order to create a tangible representation of space. Her media are painting, sculpture, performance, video and photography.

As a painter, my artistic focus is on the surface. In the illusionistic space of the painting, I examine the transition from the surface to the surrounding space. I question the meaning of the pictorial space and its presence on the outside by creating pictorial spaces that, due to the material and its treatment, have a haptic quality that allows for the vulnerability of the work processes as well as the sensual quality of the material. I push and rub the paint I have rubbed myself onto the surface of the canvas with long brushes, combine the natural light of the room with the pigments to create an overall light in the paint, and work edges and lines into the fabric of the paint. The picture mediates between the surface and a three-dimensionality. 

I use my body to move a 20 m long, 2.20 m high and 15 kg heavy sheet of paper. Similar to painting, which is physically demanding and the picture is not created in layers but directly, I allow surfaces of the paper to unfold and build spaces that dissolve again in the next moment. The natural light, Sound, smell and movement are important components that define my painterly engagement with the surrounding space in relation to the pictorial space. 

My concern is a physical presence in the color and the material. The space that holds the illusion of a spatial representation or a surface should be tangible and the light a light that carries the picture. The painting unfolds its inner spaces like a fragrance that you can perceive but which does not impose itself in order to weave what is already present in the space into the work and make it visible.